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75 Jahre
Kreis-Schiedsrichter-Vereinigung Weiden
Verfasst wurde diese vom ehemaligen KSO Heinz
Sauerhammer anlässlich der 75 Jahr Feier am 17.09.1999.
Die Geschichte der
Schiedsrichtervereinigung Weiden i.d.Opf.
Die Gründung der Schiedsrichter
Vereinigung Regensburg im Jahre 1919 war Anlass für den Sportpionier Anton Glötzner
alles daranzusetzen, in Weiden ebenfalls eine Schiedsrichtervereinigung zu
gründen.
In mühevoller Kleinarbeit und
mit vielen Gesprächen gelang es 16 Sportkameraden, allen voran Anton Glötzner,
am 14. Mai 1924 im Nebenzimmer des Hotel "Friedenfels" nach mehrstündiger
Beratung die Gründung der Kreisschiedsrichtervereinigung Weiden bekannt zu
geben.
Von den 16 Gründungsmitgliedern
sind uns leider nur mehr 12 Namen bekannt,
schriftliche Unterlagen existieren überhaupt keine mehr.
Die Namen der 12
Gründungsmitglieder die überliefert wurden sind:
- Bauer, - Beyerlein, - Denziger, - Glötzner, - Maierhofer, - Mösch, - Preisser,
-Pongratz,- Schätzler, - Schubert,- Schnapp und Schnappauf.
Bei der Gründungsversammlung
standen zwei Tagesordnungspunkte auf dem Programm.
1. Wahl des Obmannes
2. Beitritt zu welchem Bezirk.
Diese 16 Kameraden wählten als
ihren ersten Obmann den Sportkameraden Schubert, der dieses Amt bis zu seiner
dienstlichen Versetzung im Jahre 1929 inne hatte. Interessant war die Frage
welchem Gau man sich anschließend sollte, dem Fichtelnaabgau oder der bereits
bestehenden Schiedsrichtervereinigung Regensburg und somit dem Bezirk
Niederbayern/Oberpfalz. Der geographischen Lage Weidens folgend schloss man sich
dem Fichtelnaabgau an, der damals allerdings zum Bezirk Oberfranken gehörte. Es
ist allerdings nirgends festgehalten, und somit auch keinem Zeitzeugen mehr zu
entreißen gewesen, warum man sich nach Oberfranken wandte.
Nachfolger des 1. Obmanns wurde
ein weiteres Gründungsmitglied Alois Maierhofer, bei den Schiedsrichtern ein
sehr beliebter und geachteter Obmann, in Weidener Sportkreisen bestens bekannt
und auf Grund seines Fachwissens ein sehr geschätzter und großes Ansehen
genießender Sportkamerad. Seine berufliche Versetzung nach Passau beendete auch
hier seine Obmannstätigkeit.
Sein Nachfolger im Amte war mit
Sportkamerad Josef Preisser ein weiteres Gründungsmitglied, der die Vereinigung
allerdings nur knapp 2 Jahre führte um dann dem Kameraden Heinrich Beyerlein
Platz zu machen. Beyerlein wurde vom Bayerischen Fußball Verband bereits mit
Spielen in den höheren Klassen beauftragt ( leider zeigt die Chronik auch hier
nirgends auf welche Klasse.)
Unter seiner Führung schloss sich 1939 die Kreisschiedsrichtervereinigung Weiden
dem Bezirk Oberpfalz - Niederbayern an. Gründe hierfür sind nirgends vermerkt.
In den Kriegsjahren 1944 - 1945
waren andere Sorgen zu tragen, als im Kreis Fußball zu spielen und somit Spiele
zu leiten. Ende 1945 waren die ersten Versuche, die Vereinigung wieder zu ordnen
und einen Obmann zu wählen.
Die Schiedsrichterkameraden
Linz und Sinderberger, sowie 10 weitere Kameraden ( Namen sind leider nicht
überliefert) versuchten dieses Wagnis in noch sehr unruhigen Zeiten, als es galt
Nahrung und Arbeit für die Familien zu beschaffen. Im Frühjahr 1946 wurde dann
der uns allen bekannte und geschätzte Karl Fuchs zum Obmann gewählt.
Karl Fuchs leitete bis zu
seiner dienstlichen Versetzung nach München im Jahre 1958 die Vereinigung. Viele
Neulings- und Weiterbildungslehrgänge fanden unter seiner Ära statt und ließen
die Vereinigung bis auf 70 Schiedsrichter anwachsen. Einige wurden zu Spielen in
der damaligen Regionalliga und Landesliga berufen. Namen wie Gustl Fritsch,
Heinz Köhler, Erich Reil, oder Adolf Ermer verbreiteten den ausgezeichneten Ruf
der Schiedsrichtervereinigung Weiden über ihre Grenze hinaus.
Nun begann eine Ära, die in
Bayern ihre Nachahmung sucht. Sein Name wurde nun in Funktionärskreisen ebenso
bekannt, wie im Bundesligafußball. 35 Jahre führte Erich Reil die Vereinigung
auf höchstem Niveau, Sachverstand aber auch mit eiserner Hand.
Bundesligaspieler, wie auch seine Schiedsrichterkameraden, fanden in ihm einen
verständnisvollen aber energischen Schiedsrichter und Obmann vor. Damals noch
als ein "Einmann-Team" die Vereinigung führend, tagein tagaus für die Belange
des Fußballs im Einsatz zu sein, ist heute kaum mehr denkbar und auch nicht mehr
machbar.
Der Name Erich Reil wird für
alle Zeiten mit der Kreisschiedsrichtervereinigung Weiden in guter Erinnerung
und erfolgreichem Wirken verbunden bleiben. Alle seine Verdienst aufzuzählen,
würde ganze Seiten dieser Vorlage füllen. Immer zu einen Scherz aufgelegt,
manchmal auch polternd, wenn es sein musste. Er kannte alle Tricks und
Verbindungen, die der Vereinigung dienten. Unter seiner Führung waren zeitgleich
5 Bayernliga- und 3 Landesligaschiedsrichter im Einsatz. Ganz zu schweigen von
den Schiedsrichtern auf Bezirks- und Kreisebene. Dieses wohl einmalig in Bayern
anzusehende Ereignis, muss im Zusammenhang mit der damaligen Größe der Gruppe
von ca. 180 Schiedsrichtern gesehen werden.
Großen Wert legte er auch auf
die Gewinnung von neuen Schiedsrichtern und deren Weiterbildung. Unter seiner
Leitung waren viele Lehrwarte tätig. Uns allen noch bekannt, der leider viel zu
früh verstorbene und unvergessliche, Willi Urbas oder sein Nachfolger Felix
Beutler. Klangvolle Namen, wie Hieronymus Richter, Alfred Gonschor, Pater Pius
Wegscheid, Josef Gläßl,
Ferdinand Adam, Heinz Sauerhammer und Stefan Weinberger begleiten weiterhin als
Lehrwarte die Vereinigung.
Für seine Lehrfähigkeit und
sein ausgezeichnetes Fachwissen in Sachen Schiedsrichterwesen war Alfred
Gonschor als Bezirskslehrwart bekannt und in vielen Schiedsrichtergruppen der
Oberpfalz ein gefragter Referent.
Nach 35 Jahren aufopfernder
Tätigkeit legte Erich Reil 1994 die Arbeit in jüngere Hände, ohne sich jedoch
ins "Austragsstüberl" zurückzuziehen. Noch heute steht er jeden Sonntag am
Spielfeldrand und beobachtet Spiele und Schiedsrichter. Der Virus
"Schiedsrichter" wird wohl unauslöschlich in seinem
Herzen eingraviert sein und bleiben.
1994 übernahm der heutige
Obmann Heinz Sauerhammer das Lebenswerk des Erich Reil. Unter seiner Führung hat
sich ein sehr gut harmonierendes Team gebildet, dass heute die Geschicke der
Kreisschiedsrichter Vereinigung leitet.
Mit Willi Hirsch als
Stellvertreter und Ludwig Schreml als Ausschussmitglied, stehen zwei
Ausgefuchste und loyale Mitarbeiter an seiner Seite. Beide
Schiedsrichterkameraden erfüllen mit der Einteilung und dem täglichen Umgang mit
den Schiedsrichtern einen unschätzbaren Dienst zum Wohle der Gesellschaft und
unserer Jugend.
Die Lehrarbeit wird vom
Lehrstab unter Führung von Stefan Weinberger in ausgezeichneter Arbeit
verrichtet. Ihm stehen mit Karl-Heinz Schleier, Willi Hirsch, Franz Kick und
Lorenz Gebert, qualifizierte und erfahrene Schiedsrichter zur Seite, die nicht
nur theoretisieren, sondern auch in der Praxis Ihren
Mann/Schiedsrichter in den Leistungsklassen gestanden haben.
Mit allen, ob mit Kassier Edgar
Götz oder Schriftführer Manfred Naber und neuerdings mit Stephan Hubmann der die
neue Medienlandschaft betreut und im Internet die "HOMEPAGE" der
Kreisschiedsrichtervereinigung Weiden ausgezeichnet darstellt, macht es Spaß und
Freude zu arbeiten.
Diesen von uns eingeschlagenen Weg gilt es konsequent und ohne wenn und aber
weiter zu verfolgen. Der frühere und derzeitige Stand an qualifizierten
Schiedsrichtern der Kreisschiedsrichtervereinigung Weiden muss allen Ansporn und
Verpflichtung sein und bleiben.
Heute stehen mit Stephan
Hubmann als Schiedsrichter in der Bayernliga und Assistent in der Regionalliga,
sowie Willi Hirsch, Klaus Seidl und Michael Wittmann jun. in der Landesliga
wieder ausgezeichnete Referees in der höchsten Spielklasse in Bayern. Gerade mit
Stephan Hubmann und
Michael Wittmann jun. hat die Vereinigung hoffnungsvollen junge und engagierte
Sportkameraden in Ihren Reihen, deren Weg nach oben noch nicht am Ende angelangt
sein sollte. Vielleicht gelingt es dem einem oder anderen dieser
Leistungsschiedsrichter wieder den Weg nach ganz oben zu finden, in der die
Vereinigung viele Jahre mit klangvollen Namen wie Reil, Ermer oder Schleier
vertreten waren.
Vergessen möchte ich auch nicht
die Schiedsrichter, die Spiele in der Bezirksoberliga leiten. Mit dem Senior in
unseren aktiven Reihen, mit fast 50 Jahren zeigt heute immer noch Michael
Wittmann sen., dass der Sport den Menschen gesund und leistungsfähig hält.
Weitere Kameraden vertreten den Kreis in dieser Klasse, diese SR sind Thomas
Kreisl, Holger Schmidt und Karl-Heinz Klein jun.
Spiele in der Bezirksliga
leiten: Georg Arnold, Karl - Heinz Heinrich, Manfred Naber, Helmut Riebel,
Dieter Striegel und Rüdiger Weidknecht.
Ich darf auch mit Stolz und
Freude unsere Kameraden die früher Spiele in den Leistungsklasse geleitet haben,
wieder ins Gedächtnis zurückrufen.
So waren in der Bundesliga mit
Erich Reil und Adolf Ermer, zwei Weidener Kameraden vertreten, die auch im
internationalen Fußball ihre Visitenkarte hinterließen. Jahrelang vertraten Sie
mit besten Ergebnissen und Leistungen die Farben der Stadt und der
Schiedsrichtervereinigung in ganz
Deutschland und Europa.
International, auf der
FIFA-Liste finden wir den Namen unseres Kameraden Karl-Heinz Schleier als
SR-Assistent wieder. Spiele und Stadien in ganz Deutschland und Europa lernte er
mit SR-Kameraden wie Dr. Markus Merk, Hermann Albrecht oder Bernd Heynemann
kennen und fürchten.
Ob Länderspiele oder Champions League, UEFA-Cup oder Bundesligaspiele, mit allen
machte er Bekanntschaft und verschaffte sich Respekt und Anerkennung.
Karl-Heinz Schleier und Walter
Hofmann leiteten Spiele bis zur Regionalliga und waren Assistenten, oder wie sie
damals hießen, als Linienrichter in der 1. und 2. Bundesliga im Einsatz. Durch
seine Heirat zog Walter Hofmann nach Mittelfranken und leitet heute noch Spiele
in der Regionalliga und ist als
Assistent in der UEFA im Einsatz.
In der Bayernliga finden wir
altbekannte Namen wie, Josef Gläßl, Hienz Köhler, Waldemar Reil, Willi Urbas,
Josef Nachtmann, Karl Lindner, Rudolf Wipauer, Hans Blödt, Stefan Weinberger
wieder. Ihnen allen sei heute noch Dank gesagt, dass sie die Farben der
Kreisschiedsrichter Vereinigung in ganz Bayern mit großem Erfolg vertreten
haben.
In der Landesliga standen
folgende Kameraden über Jahre hinweg auf den Fußballfeldern in ganz Bayern ihren
Mann: Felix Beutler, Alfred Gonschor, Otto Lifka, Alois Schrödl, Alfred
Mühlbauer, Herber Dorner, Alfons Heidingsfelder, Hubert Winter, Manfred Bauer,
Ludwig Schreml, Lorenz Gebert, Edgar Götz und Peter Müller.
Leider sind zu meinem Bedauern
viele verdiente Kameraden in den Bezirksober- und Bezirksligen nicht mehr
nachvollziehbar, ganz zu schweigen, von den vielen ungenannten Kameraden im
Kreisgebiet. Ihnen allen gilt mein Dank und meine Anerkennung, für die vielen
Stunden und Tage zum Wohle des Schiedsrichterwesens und des Fußballsports
allgemein.
Wie schrieb doch der Chronist
Helmut Deinzer in der Festschrift zum 70 jährigen Jubiläum:
"Wie so vieles, unterliegt in unserer Zeit auch der Sport einem großen Wandel.
Eine feste Größe im Fußballsport wird jedoch der Unparteiische bleiben".
Hoffen wir, dass dieser
Unparteiische auch weiterhin den Respekt und die Anerkennung findet, die er
verdient und nicht nur als notwendiges Übel bezeichnet wird. Wir, die
Verantwortlichen der Kreisschiedsrichter Vereinigung Weiden, stellen uns dieser
Aufgabe und wollen zum Wohle des Sportes
dieser hohen Verantwortung gerecht werden.
Zieht man nach 75 Jahren
Bilanz, so kann man auf das Erreichte ein wenig Stolz sein und auf die Männer
zurück- blicken, die sich dieser Aufgabe gestellt haben, zum Wohle aller
sportbegeisterten Fußballspieler
Heinz Sauerhammer, KSO
17.09.1999
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